Was ist Vinyasayoga?

Vinyasa kennen die meisten aus der Yogastunde. Diese Abfolge beginnt im herabschauenden Hund, dann Plank / Chaturanga, eine Rückbeuge (heraufschauender Hund oder Kobra) und zurück in den herabschauenden Hund. Das ist ein Vinyasa, aber was ist nun Vinyasayoga? Vinyasayoga basiert auf drei Ausführungen des Yoga: Viniyoga, Ashtangayoga und Hathayoga.

Viniyoga

Viniyoga richtet sich sehr nach dem Lernenden. So werden Asanas angepasst und abgewandelt, um sie für den jeweiligen Yogaschüler zu optimieren.

Bei der Viniyogapraxis geht es viel mehr um die spirituelle Praxis und eine meditative Erfahrung als um kräftigende Übungen.

Der Atem wird bewusst eingesetzt. Dabei transportiert der Atem die Lebensenergie (Prana) und begleitet die körperliche Übung.

Ashtangayoga

Ashtangayoga ist kraftvolles Yoga, das sich an einer vorgegebenen Abfolge orientiert. Diese Abfolge soll von den Lernenden auswendig gelernt beziehungsweise verinnerlicht werden.

Während man generell für die Yogapraxis nicht immer eine*n Lehrer*in benötigt (obwohl ich das gerade am Anfang empfehlen möchte), wird Ashtangayoga hauptsächlich im Beisein einer/s Lehrer*in geübt.

Es gibt drei Hauptpunkte auf die man sich konzentriert: Pranayama (Atemtecchniken), Asanas (Haltungen) und Drishti (ein Fokuspunkt). Zudem werden die Bandhas (Verschlüsse) genutzt.

Hathayoga

Hathayoga beinhaltet Pranayama (Atemübungen), Mudras (Handgesten), Bandhas (energetische Verschlüsse) und Shatkarma (yogische Reinigungstechniken). Es besteht aus 12 Asanas (Yogahaltungen) und einigen sitzenden Posen.

Hathayoga zielt darauf ab durch körperliche Übungen die energetischen Verschlüsse zu öffnen.

Ha bedeutet übrigens Sonne und Tha Mond. Diese kraftvolle Kombination kommt auch in den eher kraftvollen Übungen zum Ausdruck.

Ein Beispiel für eine typische Hathayoga-Haltung ist die Krähe. Bei der Krähe geht es um körperliches und geistiges Gleichgewicht. Die Haltung erfordert zudem viel Kraft und Konzentration.

Vinyasayoga

Vinyasayoga setzt sich also aus allen drei genannten Yogaausführungen zusammen. Die meisten Flows haben Ashtangayoga als Wurzel. Die Atmung ist sehr präsent, da Ein- und Ausatmung mit jeweils einer Bewegung verbunden werden. Vinyasayoga kann ruhig, aber auch sehr kraftvoll geübt werden.

Auch die Bandhas und Mudras kommen zu Einsatz. Als Beispiel für ein Mudra sieht man auf dem Bild die Baumhaltung mit Gebetshaltung der Hände. Durch das Zusammenpressen der Hände kann der Haltung mehr Stabilität verliehen werden. Zudem Hilft das Konzentrieren auf einen Punkt (Drishti) das Gleichgewicht zu halten.

Ich empfehle Vinyasayoga all denjenigen, die eine gute Mischung aus ruhigen Übungen und sehr kraftvollen Übungen möchten. Letztlich möchte ich aber darauf hinweisen sich nicht zu sehr an einen Namen zu klammern. Ich habe hier bewusst versucht auf den Ausdruck „Yogastil“ zu verzichten, da letztlich alles Yoga und gleichwertig ist – unabhängig vom Namen. Persönliche Präferenzen und körperliche Umstände beeinflussen dabei immer die Yogapraxis.

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