Kann man das essen?

Ich praktiziere Yoga und ich esse kein Fleisch. Aber gehört das zusammen? Yoga ist eine Lebensphilosophie, die sich zwar auf das ganze Leben bezieht, aber keine speziellen Regeln bezüglich der Ernährung aufstellt. Die Schwesternwissenschaft des Yoga, Ayurveda, hingegen gibt klare Anhaltspunkte. Ayurveda ist jedoch nicht einfach eine Ernährungsweise, sondern eine traditionelle Heilkunst.

Yoga im Alltag

Kein Fleisch zu essen ist meine persönliche Entscheidung, die ich mit 13 Jahren getroffen habe. Damals machte ich noch kein Yoga. Yoga, Veganismus und eine umweltfreundliche Lebensweise/ Ernährung werden oft in Verbindung gebracht.

Woran liegt das? Praktiziert man Yoga im Alltag, so beschäftigt man sich nicht einfach nur mit Achtsamkeit. Um Yoga in seinen Handlungen zu leben, lebt man nach den acht Säulen des Yoga.

Ich möchte im Ernährungskontext vor allem auf die ersten beiden Säulen des Yogas (Yamas und Niyamas) hinweisen. Dabei geht es um den Umgang mit deiner Umwelt und mit dir selbst.

Tiere gehören zur Natur und zu unserer Umwelt. In unserer Gesellschaft hat es sich etabliert, dass beispielsweise Schweine auf den Teller kommen und Hunde aufs Sofa. Kühe landen im Hamburger, Katzen im Bett. Es handelt sich also um gesellschaftlich festgelegte Normen, die immer stärker von Bewegungen wie Veganismus und Vegetarismus hinterfragt werden. Um Yoga im Alltag also ganzheitlich zu praktizieren gehört es auch dazu den Fleischkonsum zu hinterfragen und die Verantwortung und Konsequenzen der eigenen Handlungen zu übernehmen.

Im Yoga gibt es das Konzept der Gewaltfreiheit. Gewalt muss dabei nicht auf Taten bezogen werden, auch mit unseren Gedanken können wir Gewalt ausüben, aber das ist ein anderes Thema. Bleiben wir bei den Taten, da essen eine Handlung ist. Ist es für dich gewaltfrei ein Tier zu schlachten? Ich könnte hier noch viel provokativere Fragen stellen, aber ich möchte, dass du dir deine Gedanken selbst machst. In diesem Kontext sei auch auf das in der Yogapraxis im Alltag wichtige Selbststudium verwiesen.

Generell ist es im Yoga nicht verboten Tiere zu essen. Für mich persönlich ist es jedoch auch ein Akt der Gewaltfreiheit, Nächstenliebe und Respekt vor meiner Umwelt. Außerdem möchte ich Tiere einfach nicht essen. Mir andere leckere Lebensmittel zu kaufen, die mir viel besser schmecken ist für mich auch Selbstliebe. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man es nicht immer schafft rein pflanzlich alle Nährstoffe zu bekommen. Da helfen entweder Nahrungsergänzungsmittel und/oder Ausnahmen. Mit Ausnahmen meine ich beispielsweise alle 2 Wochen ein Stück sehr hochwertiges Fleisch/Fisch zu essen. Welche Variante du wählst bleibt dir überlassen.

Ayurveda im Alltag

Ayurveda ist eine traditionelle Heilkunst bei der die Ernährung eine sehr große Rolle spielt. Aber auch hier geht es nicht um eine gänzlich tierproduktfreie Ernährung. Welche Ernährungsweise für dich die Richtige ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren wie beispielsweise deinem Gesundheitszustand, Alltag und deinem Dosha ab.

Die Doshas heißen Pitta, Vata und Kapha. Es gibt unzählige Tests um herauszufinden welches dein Dosha ist. Wenn du aber Sicherheit verbunden mir alltagstauglichen Tipss haben möchtest, empfehle ich dir eine Ayurvedaberatung aufzusuchen.

Vor oder nach dem Yoga essen?

Auch eine interessante Frage in diesem Kontext ist natürlich wann du im Zusammenhang mit deiner Asanapraxis essen solltest. Mein Ratschlag lautet wie folgt:

Trinken geht immer, aber es gilt go before you flow – geh aufs Klo, bevor du auf die Matte trittst.

Essen solltest du am besten nach dem Yoga um ein Vollegefühl und Trägheit zu vermeiden. Gegen einen kleinen Snack ist jedoch etwa eine halbe Stunde vorher nichts einzuwenden.

Yoga – Kann man das essen?

Yoga im Alltag zu praktizieren bedeutet also nicht einer bestimmten Ernährungsweise zu folgen. Yoga im Alltag zu praktizieren bedeutet sich mit sich selbst und seiner Umwelt auseinanderzusetzen und die Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen. Dies lässt dich auf alle Lebensbereiche übertragen.

Die Ernährung spielt keine gesonderte Rolle im Yoga, aber Yoga im Alltag bedeutet eben auch die eigenen Gewohnheiten in Frage zu stellen. Es gibt da einen berühmten Satz, der sinngemäß so geht: Schmerz ist unvermeidbar, aber Leid schon.
Mach dir doch einmal Gedanken darüber was das alles für dich bedeutet.

Bleib achtsam! 🧘‍♀️🧚🏻‍♀️⚕️

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